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Wenn der Tod zum Tanze bittet

Von Renate Henneberger
13.10.2026
Bad Mergentheim
©
Norbert Scheuring

Jedes Menschenleben endet mit einem Abschiednehmen-Müssen. Diese Gewissheit findet Ausdruck im Konzert des Chors Cappella Nova am Sonntag, 8. November 2026, um 17.00 Uhr in der Schlosskirche Bad Mergentheim.

„Totentanz“ ist der Titel des Konzerts und gleichzeitig der eines der bekanntesten Werke von Hugo Distler (1908-1942). A-cappella-Gesang im Wechsel mit dem Spiel der Querflöte wird ergänzt durch Spruchverse des berühmten Totentanz-Wandgemäldes der Lübecker Marienkirche. Der Tod tritt in einen Dialog mit denjenigen, die er zum Tanz auffordert – unerbittlich, ohne Ansehen von gesellschaftlichem Stand und Alter. Unüberhörbar ist Distlers künstlerische Nähe wie auch die spirituelle Verwandtschaft zu Leonhard Lechner. Das Konzert spannt eine Brücke von über 300 Jahren zwischen den beiden Komponisten. Beide setzten sich intensiv mit dem Thema „Leben und Tod“ auseinander. „Wir Menschen reisen gleich armen Waisen“ – in fünfzehn melodischen, reigenähnlichen Sätzen beschreibt Lechner in seinen „Deutschen Sprüchen von Leben und Tod“, was das Menschenleben ausmacht: Ein „Hin-und-her“ zwischen Mühe, Enttäuschung, kurzer Glückseligkeit und der unablässigen Suche nach Heimat und Geborgenheit. Tröstliche Zuversicht, erlösende Klarheit klingen aus zwei Motetten von Heinrich Schütz (1585-1672). Die Aufforderung der drei Komponisten ist unmissverständlich: Mensch, stelle dich der eigenen Endlichkeit, um wahrhaftig zu leben.

Es singt der „Chor Cappella Nova“ unter der Leitung von Esther Witt. Frauke Zitzlaff ist Sprecherin des „Todes“ und Flötistin, Lucas Ziegler umrahmt das Konzert an der Orgel.

Es besteht freie Platzwahl. Konzertkarten sind an der Abendkasse erhältlich: 18 Euro, (Schüler und Studenten: 9 Euro), Einlass ab 16.00 Uhr.

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