FragRegional
Bauen & Wohnen

Biolgisch/Ökologisch Bauen und Renovieren

Von Karl-Heinz Ursprung
22.10.2026

Flüsse sind fast unbeschiffbar, Seen schrumpfen, Bäche versiegen, die Waldbrandgefahr wächst. Der extreme Wassermangel in Südeuropa und Afrika hat schon vielen Menschen ihre Existenzgrundlage gekostet und sie vor Hunger sterben lassen. Ganz aktuell sind es wieder Sturzfluten im Mittelmeerraum, die Lebenswerke mit einem Mall brutal zerstören.

Es wird schon jetzt deutlich, dass das Leben unserer Kinder und Kindeskinder auch in Europa durch den Klimawandel bedroht ist. Steigende Ansprüche und der damit verbundene Energieverbrauch und entstehende Treibhausgasemissionen sind die Ursachen. Zu einem großen Teil sind daran Bauwirtschaft und Gebäudeunterhalt beteiligt. Allein die Zementindustrie verursacht 8% der globalen CO2-Emissionen. Das ist mehr als der jährliche Flugverkehr.

Eine Studie des Steinbeis-Instituts im Auftrag der Bundesregierung zeigte, dass bei einem Neubau nach dem KfW55-Standard schon die Hälfte der über den ganzen Lebenszyklus des Hauses benötigten Energie verbraucht ist. Wird die Energieversorgung bis 2045 auf Erneuerbare Energien umgestellt, steigt der Anteil der grauen Emissionen über den gesamten Lebenszyklus des Hauses sogar auf 80%.

Wir verschieben den Energieverbrauch von der Betriebsphase in die Herstellungsphase. Fürs Klima spielt es keine Rolle, ob das CO2 aus dem Schornstein unseres Hauses oder schon vorher aus den Fabrikschloten der Baustoffhersteller kommt. Wenn es nur noch um 20% Energieeinsparung geht: Macht es da noch Sinn Dämmmaterial aus Mineralwolle zu verwenden, die mit einem hohen Energieeinsatz hergestellt wird? Bei Styropor und PU-Platten kommt noch der Raubbau von endlichen Ressourcen hinzu. Zusammen mit der Frage, wie soll das eines Tages entsorgt oder wiederverwendet werden, hinterlassen wir unseren Nachfolgern keine einfach einzulösende Hypothek.

Energieeinsparung beim Unterhalt des Hauses kann in Zukunft nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Aber es gibt schon lange ein Potential, das in den letzten 60 Jahren kaum ausgeschöpft wurde: Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe wie Holz, Flachs oder Hanf, Ölen aus Lein und anderen Pflanzen, mineralische Rohstoffe wie Lehm und Kalk und vielen anderen Produkten. Denn sie wachsen in der Natur ständig nach und haben auch in der Herstellung eine weitaus bessere Ökobilanz als Kunststoffe, z.B. in Bodenbelägen wie Laminat, Lacken, Möbeln und Wandfarben. Enthaltene Kunststoffe landen zudem als Mikroplastik in der Luft und im Abwasser und gehen über die Kläranlage ungefiltert ins Grundwasser und in die Meere.

Bei Allergien, Unverträglichkeiten aber auch zur Stärkung Ihrer Vitalität: Vergessen Sie nicht Ihre Wohnumgebung!  Vertrauen Sie auf altbewährte natürliche Produkte, ohne chemische „Veredelung“ insbesondere bei den Oberflächen in Innenräumen: Putze, Farben, Öle und Wachse und Reinigungs- und Pflegemittel aus natürlichen Zutaten. Diese Produkte finden Sie zuverlässig im Bioladen und baubiologischen Fachhandel.

Ökologisch und gleichzeitig gesund bauen und renovieren, damit kennen sich Baubiologen bestens aus. Ihre Investition amortisiert sich durch eine robustere Gesundheit, natürliche Raumluft und ein gutes Gewissen: ihr persönlicher Beitrag zu den Klimazielen.

Karl-Heinz Ursprung Waldbüttelbrunn | Baubiologe IBN und Bauberater kdR

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