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Veranstaltungen

Sonderausstellung „Elefanten. Wildtiere und Kulturikonen“

Von Residenzschloss Mergentheim
20.11.2025
Bad Mergentheim

Sie sind grau, groß und für ihre äußerst gute Merkfähigkeit bekannt. Seit Jahrtausenden faszinieren Elefanten den Menschen und sind fester Bestandteil des kulturellen Gedächtnisses. Mit der neuen Sonderausstellung „Elefanten. Wildtiere und Kulturikonen“ würdigt das Residenzschloss Mergentheim die sanften Riesen. „Wir erweitern damit das Angebot des Monuments“, sagt Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. „Mit der Sonderausstellung setzen wir einen Akzent für Tierfreunde, Familien und alle Kulturinteressierten.“ Bis Montag, 11. Januar 2027 können die Gäste des Residenzschlosses die Welt der Rüsseltiere kennenlernen. „Elefanten sind die größten an Land lebenden Säugetiere – das stellte uns vor so manche Herausforderung“, verrät Katja von Molitor, Interimsleiterin des Residenzschlosses Mergentheim. „Das lebensgroße Exemplar eines Mammuts hat es dennoch ins Schloss geschafft“, fügt sie mit einem Lächeln an. Prof. Dr. Kai Füldner, Leiter des Naturkundemuseums Kassel, stellte die Idee und die Höhepunkte der Ausstellung vor.
Die Schau zeigt die Entwicklung der grauen Riesen von der Urzeit über das Mammut bis heute und verrät, was der Elefant mit dem sagenhaften Zyklopen zu tun hat. Elefantenfiguren, Modelle und weitere Ausstellungsstücke, wie etwa ein Zahnfühlspiel, machen die Welt der Rüsseltiere verständlich. Eine interaktive Fotostation im Roten Saal im ersten Obergeschoss lädt dazu ein, Erinnerungsfotos vom Ausstellungsbesuch zu machen. Der Höhepunkt ist jedoch das über drei Meter große Wollmammut mit Jungtier. „Elefanten. Wildtiere und Kulturikonen“ setzt einen Schwerpunkt auf die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Denn der Umgang war und ist nicht immer unbeschwert. Bis heute ist die Jagd auf Elfenbein ein großes Problem und eine Gefahr für die Dickhäuter, ebenso der Verlust des natürlichen Lebensraums. Die Ausstellung zeigt den Elefanten von seiner faszinierenden Seite aber auch, dass er ein vom Aussterben bedrohtes Tier ist.
Elefanten wurden zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Kulturen als Gottheiten verehrt, als Waffe im Krieg gebraucht oder als Arbeitstier im Dschungel genutzt. Auch Johann Wolfgang von Goethe widmete seine Zeit dem Elefanten – jedoch nicht als Dichter, sondern als Forscher: In Kassel untersuchte er den Schädel eines kleinen Elefanten, um den beim menschlichen Embryo entdeckten Zwischenkieferknochen mit dem eines Tieres zu vergleichen. In der Schau ist sowohl ein lebensgroßes Modell des „Goethe-Elefanten“ als auch ein Nachbau vom Arbeitszimmer des Dichters zu sehen.
Familien, die noch mehr über Elefanten erfahren wollen, können an der Sonderführung „Stark, sanft und klug“ teilnehmen. Dabei lernen sie gemeinsam und auf altersgerechte Weise die Entwicklung der Elefanten von der grauen Vorzeit bis heute. Beantwortet werden Fragen, die Kindern auf den Nägeln brennen: Wie leben, denken und fühlen die Dickhäuter? Was verbindet den Elefanten mit dem Menschen?
In zahlreichen Monumenten der Staatlichen Schlösser und Gärten sind Elefanten als künstlerische Motive zu finden: Im Barockschloss Mannheim versteckt sich ein Elefant auf einem Wandteppich inmitten einer paradiesischen Landschaft. Im Kloster Lorch, Hauskloster der mächtigen Stauferdynastie, bildet ein grauer Riese den Mittelpunkt einer Szene im Stauferrundbild, das 2002 vom Lorcher Künstler Hans Kloss fertiggestellt wurde. Der vielleicht imposanteste Dickhäuter hält sich im Rittersaal von Schloss Weikersheim auf: Nur wenige Kilometer vom Residenzschloss Mergentheim entfernt. Eindrucksvoll streckt er seinen Rüssel in den monumentalen Rittersaal.

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