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Landkreis Tauberbischofsheim

Renaturierung von Dorfteich und Rinderbach in Dienstadt erfolgreich umgesetzt

Von Helga Hepp
04.03.2026
Dienstadt
©
Katharina Lampert

Die Renaturierung des Dorfteiches und des Rinderbaches im Stadtteil Dienstadt ist abgeschlossen. Ziel der Maßnahme war es, die Gewässer ökologisch aufzuwerten und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Das Projekt wurde von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg zu 90 Prozent gefördert.

Bürgermeisterin Anette Schmidt unterstreicht die Bedeutung der Arbeiten: „Mit der Renaturierung geben wir der Natur ein Stück Raum zurück. Unsere Gewässer werden wieder vielfältiger, lebendiger und widerstandsfähiger. Davon profitieren nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch die Menschen vor Ort.“

Der Rinderbach war bislang stark begradigt und wies nur eine geringe Strukturvielfalt auf. In drei Abschnitten wurde der Bachlauf deshalb neugestaltet. Es entstanden Prall- und Gleitufer sowie eine naturnahe Sohlgestaltung.

Zur Förderung unterschiedlicher Strömungen und als Lebensraum für Wasserorganismen wurden Störsteine in die Bachsohle eingebracht. Teilweise wurde Bachbettsubstrat abgetragen und seitlich gelagert, um Kleinlebewesen zusätzliche Rückzugsorte zu bieten.Die Uferbereiche wurden mit autochthonem Saatgut für feuchte Standorte eingesät. Zudem schützt nun eine Pufferzone zwischen Gewässer und angrenzenden Ackerflächen den Bach vor Einträgen und stärkt die ökologische Entwicklung.

Auch am Dorfteich wurden gezielte Maßnahmen umgesetzt. Durch eine streifenweise Entnahme von Teichschlamm sowie die Abflachung der südöstlichen Uferböschung entstanden neue Flachwasserzonen. Diese Bereiche bieten ideale Bedingungen für Amphibien, Insekten und Wasserpflanzen. Eine abschließende Ansaat unterstützt die natürliche Entwicklung der Ufervegetation und sorgt für eine nachhaltige Stabilisierung der Böschungen. Katharina Lampert, Projektverantwortliche der Kreisstadt, zieht ein positives Fazit: „Die Maßnahmen zeigen, wie wirkungsvoll naturnahe Gestaltung sein kann. Schritt für Schritt entwickeln sich unsere Gewässer zu wertvollen Lebensräumen – sichtbar und erlebbar für alle.“

Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg unterstützte das Projekt mit 71.983,23 Euro. Das entspricht 90 Prozent der Gesamtinvestition. Die Mittel stammen aus sogenannten Ersatzgeldern aus dem Jahr 2019. Diese Gelder fallen an, wenn durch Bauprojekte – etwa Windkraftanlagen – Eingriffe in Natur und Landschaft entstehen. Sie sind gesetzlich zweckgebunden und müssen für Naturschutzmaßnahmen eingesetzt werden.
Im Haushalt des Naturschutzfonds 2019 waren unter anderem Ersatzgelder aus dem Bau von drei Windkraftanlagen auf der Gemarkung Dittwar enthalten. Diese Mittel wurden gezielt für die Renaturierung von Rinderbach und Dorfteich in Dienstadt verwendet.

Weitere daraus geförderte Maßnahmen sind die „Entwicklung von mageren Wiesen, Trockenstandorten und Lesesteinriegeln“ auf Gemarkung Dittwar sowie die noch laufende Maßnahme „Wiederherstellung eines Mittelwaldes“ im Schonwald Löhlein.

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