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Streuobstwiesen und -bäume sind wertvoll

Von Marcus Meier
04.03.2026
Marktheidenfeld
©
Torsten Ruf

Der Streuobstbau existiert in unserer Region Marktheidenfeld als Teil der Landschaft seit etwa 350 Jahren. Der Höhepunkt des Landschaftsobstbaus war um 1930. „Danach fand leider ein fortschreitender Rückgang statt“, erläutert Torsten Ruf, der Umweltbeauftragte der Stadt Marktheidenfeld. „Streuobstwiesen gelten heute als ein Hotspot der Artenvielfalt“, unterstreicht er. Rund 5.000 Arten an Tieren und Pflanzen wurden in diesem Lebensraum nachgewiesen.

Um diesen wichtigen Teil unserer Kulturlandschaft zu erhalten, müssen neue Bäume gepflanzt, bestehende Bäume fachmännisch geschnitten und die Nutzung reaktiviert werden, ist Torsten Ruf überzeugt. Die Stadt Marktheidenfeld habe mit ihren über 1.200 Streuobstbäumen eine besondere Verantwortung zum Erhalt dieser wertvollen Kulturlandschaft.
Der städtische Umweltbeauftragte sowie Jürgen Kern vom Bauhof betreuen den städtischen Bestand der Streuobstbäume und sorgen dafür, dass die wertvollen Bäume gehegt und gepflegt werden. Pro Jahr werden etwa 250 Bäume fachgerecht geschnitten, um den Bestand zu erhalten.

Damit Streuobstbäume auch auf privaten Grundstücken weiter gepflegt werden, gibt es jährlich von der Stadt organisierte zweitägige Schnittkurse, an denen jeweils 20 interessierte Bürger teilnehmen. Der letzte Kurs fand am Ende Februar dieses Jahres unter fachlicher Leitung von Michelle Horn-Cetinköprülü, Streuobstberaterin am Landratsamt Main-Spessart sowie dem freiberuflichen Streuobstpfleger Philipp Jochum statt. Die Teilnehmenden lernten dabei in Theorie und Praxis die Grundlagen für den Schnitt von Streuobstbäumen.

Die Stadt Marktheidenfeld kümmert sich zudem um Nachpflanzungen, damit die Tradition der Streuobstwiesen und -bäume nicht verloren geht. So wurde beim Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken für 2026 eine Förderung für die Neupflanzung von insgesamt 55 neuen Obstbäumen beantragt. Diese werden voraussichtlich im Bereich Obereichholz und Geisgalgen gesetzt werden.

Herausfordernd bleibt die Verwertung des Streuobstes, betont Torsten Ruf. Die letzte Kelterei im Raum Marktheidenfeld mit Manfred Franz in Unterwittbach schließe nach der nächsten Erntesaison. Als Annahmestelle für Äpfel verbleibe dann nur noch die Niederlassung von Baywa in Marktheidenfeld.

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