Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026

Jedes Jahr aufs Neue kürt die Dr. Silvius Wodarz Stiftung den „Baum des Jahres“ in Baden-Württemberg. 2026 fiel ihre Wahl auf die Zitterpappel, auch Espe oder Aspe genannt. Der bis zu 30 Meter hohe Baum verdankt den Namen seinen Blättern, die sich bereits bei leichtem Wind bewegen und scheinbar zittern. Die Zitterpappel ist eine wahre Pionierin: Sie gehört zu den ersten Baumarten, die sich nach einem Sturm, Waldbrand oder anderen Schadensereignissen wieder ansiedeln. Die freien Flächen braucht die Espe auch – denn nur so kann die Lichtholzart wachsen. Sie benötigt sowohl beim Keimen als auch im Wachstum viel Sonne. Im Gegenzug stellt sie nur geringe Ansprüche an die Bodenqualität. Neben Birken und Kiefern spielte der Baum daher auch eine zentrale Rolle bei der Wiederbewaldung nach der letzten Eiszeit. Auch der Fauna kommt der Baum zugute. Ihre Blätter sind wertvolles Futter für Wildtiere und Insekten wie Pappelschwärmer, Großer Fuchs und Kleiner Schillerfalter. Ihren Larven bietet die Baumart ideale Bedingungen. Überdies wird Produkten aus der Zitterpappel eine gesundheitsfördernde Eigenschaft für den Menschen nachgesagt.
Den „Baum des Jahres“ finden Besucher unter anderem im Kurpark in der Nähe des Residenzschlosses Mergentheim. Dort gehört die Espe zu den markantesten Baumarten und ist typisch für die Auen- und Parklandschaften der Region. Sie ziert neben Silber-Ahorn und anderen Laubbäumen den Weg zur Karls- und Wilhelmsquelle im Kurpark. Im Baumführer finden Interessierte den genauen Standort und erfahren zudem, welche anderen Bäume der Schloss- und auch der Kurpark beheimatet. Die Broschüre ist ein Gemeinschaftsprojekt der Staatlichen Schlösser und Gärten und der Kurverwaltung Mergentheim und ist kostenfrei an der Schlosskasse erhältlich oder kann online auf der Webseite des Residenzschlosses Mergentheim heruntergeladen werden. Ab Anfang April steht die Zitterpappel in voller Blüte – an den sogenannten Kätzchen lässt sich das Geschlecht des Baumes bestimmen. An männlichen Exemplaren sind diese circa zehn Zentimeter lang, graubraun und geben bei trockener Witterung einen gelben Blütenstaub ab. Die weiblichen Kätzchen sind mit circa vier Zentimetern deutlich kürzer und eher grünlich, ihr graues Fell ist mit roten Tragblättern versetzt. Mittlerweile kann man schon die ersten Früchte am Baum sehen.
Die Vielfalt der verschiedenen Baumarten unterstreicht die Bedeutung der historischen Gärten als Biotope. In den Schloss- und Klostergärten haben sich über Jahrhunderte einzigartige Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Diese zu schützen, in ihrer Form zu bewahren und – in Hinblick auf die Veränderungen des Klimawandels – für die Zukunft standfest zu machen, ist eine zentrale Aufgabe.



