Die Sonnenfinsternis sicher betrachten

Am 12. August 2026 ist die in Deutschland am stärksten sichtbare Sonnenfinsternis seit 1999 zu beobachten. Die Augenklinik des Uniklinikums Würzburg erklärt, wie sich das Naturschauspiel sicher verfolgen lässt und welche Gefahren für die Augen beim ungeschützten Blick in die Sonne drohen.
Wenn sich am Mittwoch, 12. August 2026, der Mond vor die Sonne schiebt, bietet sich auch in Unterfranken ein beeindruckendes Himmelsschauspiel. In Würzburg beginnt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19:20 Uhr, erreicht gegen 20:13 Uhr ihren Höhepunkt und endet mit dem Sonnenuntergang gegen 20:43 Uhr. Wer das Ereignis beobachten möchte, sollte dabei jedoch keinesfalls auf den richtigen Augenschutz verzichten. Darauf weist die Augenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) hin.
Nur mit zertifizierter Schutzbrille in die Sonne blicken
„Eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille ist die wichtigste Voraussetzung, um eine Sonnenfinsternis sicher zu beobachten“, betont Privatdozent Dr. Andreas Berlin, Oberarzt der Augenklinik und Poliklinik des UKW. Wichtig sei außerdem, dass die Schutzbrille unbeschädigt ist und der internationalen Norm ISO 12312-2 entspricht. Die Brille müsse bereits vor dem Blick zur Sonne aufgesetzt und dürfe erst wieder abgenommen werden, nachdem der Blick von der Sonne abgewendet wurde.
Schäden bleiben oft zunächst unbemerkt
Der direkte Blick in die Sonne kann bereits nach kurzer Zeit zu einer sogenannten solaren Retinopathie führen. Dabei werden die lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut dauerhaft geschädigt. Typische Beschwerden wie verschwommenes Sehen, ein dunkler Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes oder verzerrtes Sehen treten häufig erst Stunden später auf. „Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Deshalb bemerken Betroffene die Schädigung oft erst, wenn sie bereits eingetreten ist“, erläutert Dr. Berlin. Zwar könnten sich die Veränderungen teilweise zurückbilden, in manchen Fällen bleibe jedoch eine dauerhafte Einschränkung des zentralen Sehens bestehen.
Sonnenbrillen reichen nicht aus
Entgegen einer weit verbreiteten Annahme bieten normale Sonnenbrillen keinen ausreichenden Schutz. Sie reduzieren zwar die Helligkeit und filtern einen Großteil der UV-Strahlung, schwächen die intensive Sonneneinstrahlung jedoch nicht genügend ab. Zudem erweitern sich hinter den dunklen Gläsern die Pupillen, sodass unter Umständen sogar mehr schädliches Licht auf die Netzhaut gelangen kann.
Besondere Vorsicht gilt auch bei Ferngläsern, Kameras oder Teleskopen. Diese dürfen niemals zusammen mit einer gewöhnlichen Sonnenfinsternis-Brille verwendet werden. Stattdessen sind spezielle Sonnenfilter erforderlich, die vor der Objektivöffnung angebracht werden.
Kinder nur unter Aufsicht beobachten lassen
Für Kinder gelten grundsätzlich dieselben Schutzmaßnahmen wie für Erwachsene. Auch sie sollten ausschließlich zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen verwenden. Da jüngere Kinder jedoch häufig noch nicht sicher beurteilen können, ob die Schutzbrille richtig sitzt oder beschädigt ist, empfiehlt das UKW eine Beobachtung nur unter Aufsicht Erwachsener.



