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Autor: Alexander Staib

Datum: 24.02.2025

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Geschichte zum Anfassen und Erleben: Spende einer nachgebauten Schiebemühle aus der Jungsteinzeit

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© SSG Nicole Scheuerbrandt

Wie kann man Geschichte begreifbar machen? Wie wird das Leben und der Alltag von Menschen verständlich, die vor Jahrtausenden das Taubertal ihr Zuhause nannten? Diese Fragen stellt sich auch das Team des Residenzschlosses Mergentheim – und bietet bei Schul- und Kinderführungen daher stets eine praktische Komponente zum Anfassen, Probieren und Mitmachen an. Für das Thema „Jungsteinzeit im Taubertal“ mit der dazugehörigen Ausstellung hat das Team dank Wolfgang Ikas, Steinmetz und Bildhauermeister sowie geprüfter Steinrestaurator, nun ein neues Ass im Ärmel: Dank seiner großzügigen Spende einer nachgebauten jungsteinzeitlichen Schiebemühle erhalten die Gäste neue Einblicke in die Epoche. Auf die Idee gebracht hatte ihn Schlossführerin Sybille Beyer.

Die Spende unterstützt das Residenzschloss in seiner Funktion als außerschulischen Lernort für Grund- und weiterführende Schulen. Die Kooperation mit Bildungseinrichtungen hat Tradition, wie beispielsweise mit der Lorenz-Fries-Schule in Bad Mergentheim. In sechs Doppelstunden erfahren die Kinder unter anderem, was Archäologie ist, wie die Menschen sich damals kleideten und wie sie arbeiteten. Dabei dürfen sie auch selbst Techniken wie das Steinbohren ausprobieren – und künftig das Mahlen mit der Schiebemühle. So wird ihnen das Thema „Ernährung in der Jungsteinzeit“ unmittelbar verständlich bei der Erfahrung, wie mühsam das Kornmahlen von Hand ist. Auch Erwachsene können zukünftig bei Sonderführungen wie der Kostümführung „Hockergrab und Webstuhl. Eine neue Zeit bricht an“ ihr Geschick an der Mühle versuchen. Die nächsten Termine dafür sind am Sonntag, 27. April, Sonntag, 17. August, und Freitag, 3. Oktober, jeweils um 14.30 Uhr.

Für die Rekonstruktion der Mühle orientierte sich Wolfgang Ikas an verschiedenen Funden von Reibsteinen. Als Material nutzte er heimischen Muschelkalk, denn dieser stand den jungsteinzeitlichen Bewohnern des Taubertals auch zur Verfügung. Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, nahm das Geschenk im Mai 2024 entgegen.

Die Ausstellung „Jungsteinzeit im Taubertal“ im Gewölbekeller des Residenzschlosses Mergentheim zeigt vielfältige archäologische Funde – Werkzeuge, Schmuck und das berühmte Hockergrab geben faszinierende Einblicke in das Leben der Menschen in der späten Jungsteinzeit, also in der Zeit von 2.800 bis 2.200 vor Christus. Die Epoche ist ein Schwerpunkt im pädagogischen Angebot des Residenzschlosses. Denn das Monument dokumentiert nicht nur die Geschichte und Kultur der Menschen in der Jungsteinzeit, sondern vermittelt dieses Wissen auch an Schulklassen.

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© SSG Nicole Scheuerbrandt

Alexander Staib am 24.02.2025