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100-jähriger Geburtstag in Dittwar

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Am Mittwoch, den 17.04.2024 erlebte die Gemeinde Dittwar einen äußerst seltenen Festtag. Der Dittwarer Bürger Werner Lotter konnte seinen 100. Geburtstag bei guter Gesundheit und geistiger Frische und trotz der zweifelhaften Vorhersage bei gutem Wetter feiern.

Werner Lotter wurde am 17.04.1924 geboren und besuchte dort auch die Schule, nach deren Abschluss er eine Schreinerlehre in Königheim antrat. Nach der Gesellenprüfung wurde er 1942 zum Reichsarbeitsdienst und noch im selben Jahr zum Militärdienst einberufen. Er war bei Prag, in Russland und schließlich in Italien eingesetzt, wo er in amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet.

Im Juli 1945 kehrte er nach Dittwar zurück und begann, wieder in seinem Beruf als Schreiner zu arbeiten, zuerst in Lauda und schließlich bei der Firma VS in Tauberbischofsheim. Bei einem Gartenfest in Dittwar lernte er die vier Jahre jüngere Paula Umminger aus Oberlauda kennen. Zwei Jahre später, am 19.09.1951, heirateten die beiden. Aus der Ehe gingen vier Söhne und eine Tochter hervor, die ihm eine Reihe von Enkeln und inzwischen fünf Urenkel bescherten. Bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1984 arbeitete er in seinem erlernten Beruf als Schreiner. Danach bearbeitete er noch fast 15 Jahre seinen kleinen Weinberg.

Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Familie am 09.09.1999, als sein Sohn Burkhard tödlich verunglückte. Im Jahre 2006 verstarb seine Frau Paula dann im Alter von 78 Jahren.

Im Jahre 1947 gehörte er zu den Sängern, die den Männergesangverein Dittwar unter der Federführung des damaligen Lehrers Antolitsch wieder in ein neues Leben riefen. Er wurde dann im Jahre 1972 für 25-jährige, 1987 für 40-jährige und schließlich 1997 für 50-jährige aktive Mitarbeit im Verein geehrt. Bereits am 25.05.1989 wurde er für diese Tätigkeit mit der Ehrenmitgliedschaft im Verein belohnt. Im Jahre 2004 musste er das aktive Singen aus gesundheitlichen Gründen leider aufgeben. Der Verein und die Dirigentin Edith Lang-Kraft liesen es sich daher nicht nehmen, als Chorgemeinschaft WerDi zusammen mit den Sängern aus Werbach dem Jubilar ein Ständchen zu bringen. Mit den Liedern „Wir gratulieren zum Geburtstag“, „Alt wie ein Baum“, „Das Tal in den Bergen“, „Heimatlos“, „Ihr von morgen“ und der „Hochzeit der Frösche“ wurde eine bunte Mischung aus modernen Stücken und Liedern, die er selbst noch im Chor gesungen hat, zum Vortrag gebracht. Zwischen den Liedern würdigten der Vorstand des Gesangvereins Alexander Schwarz und der Ortsvorsteher Mathias Lotter, der auch die Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten verlas, den Jubilar. Für alle Anwesenden unverständlich war trotz des äußerst seltenen Anlasses niemand von der Stadtverwaltung zur Gratulation erschienen.

Nach dem Liedvortrag wurden die Sänger und der Ortsvorsteher vom Geburtstagskind noch zu kleinen Umtrunk eingeladen. Bei dieser Gelegenheit wurde noch ausführlich über „alte Zeiten“ geredet, bevor Herr Lotter sich dann doch zurückziehen musste. Auf jeden Fall auch hier nochmals herzlich Glückwünsche zum 100. Geburtstag.


Adalbert Hammerich am 18.04.2024