Bio allein genügt nicht!
Unser „Wohlstand“ basiert auf der massenhaften Produktion von Gütern und stößt an planetare Grenzen. Die dazu aufgewendeten Energie- und Rohstoffverbräuche zerstören unser aller Lebensgrundlagen. Das rasant gestiegene Artensterben stellt letztlich eine Bedrohung der Existenz des Menschen dar.
Das haben die Ökopioniere schon in den 70er Jahren erkannt. Aus Respekt gegenüber Mensch, Tier und Pflanze soll der Anbau im Einklang mit der Natur geschehen und fair bezahlt werden, die Verarbeitung möglichst naturbelassen geschehen und der Handel ehrlich und partnerschaftlich zum Wohle aller Beteiligten und des Kunden tätig sein. Das war die Geburtsstunde des Bio-Fachhandels. Fairness und Menschlichkeit im geschäftlichen Miteinander wird erlebbar.
Bio allein genügt nicht. Kommunikation vom Acker bis zum Laden gehören dazu. Das ist im Biohandel möglich, weil die Zusammenarbeit in festen überschaubaren Partnerschaften geschieht. Ein gemeinsames Ziel steht im Vordergrund. Soziale und ethische Aspekte wie angemessene Bezahlung sowie eine grundsätzlich wertschätzende Begegnung aller Beteiligten untereinander unterstreichen diese ganzheitliche Qualitätsauffassung.
Durch seinen ethischen Anspruch übernimmt der Naturkostfachhandel mit seinen Bioläden gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Wie in ihren Anfängen wollen sie auch heute noch die Standards des Bioanbaus weiter verbessern, um die Lebensgrundlagen für uns und unsere Nachkommen zu sichern.
Dazu ist im Hinblick auf Pflanzenzüchtung, ökologische Tierzucht und Bodenfruchtbarkeit auch Grundlagenarbeit gefragt, finanziert durch den Verkauf im Bio-Fachhandel. Die positiven Wirkungen kommen der Natur und uns allen zu Gute.
Getragen durch Ihren Einkauf fördern Bio-Läden gemeinsam mit Bauern und Herstellern Projekte zum Erhalt der Artenvielfalt – gegen zentral entwickelte Hybridsorten und gentechnisch verändertes Saatgut einiger weniger Globalplayer der chemischen Industrie, deren Machtstreben zur Verarmung der Sortenvielfalt in unserer Ernährung führt.
Aus dem Vertrauen in die Überlegenheit natürlicher Kreisläufe werden samenfeste Pflanzen gezüchtet, die standortbezogen vermehrt werden können. Das macht die Bauern unabhängig und erhöht die Versorgungssicherheit. Diese Züchtungen brauchen Zeit und sind kostenintensiv. So kann die Entwicklung einer neuen Öko-Sorte bis zu 15 Jahre dauern und bis zu 600.000 Euro kosten.
Gerade in der jetzigen, aufgewühlten Zeit ist es wichtig zusammenzustehen. Gemeinsam können wir unglaublich viel erreichen und möglich machen.
Bio allein genügt nicht. Im Bio-Fachhandel bekommt der Kunde ethisch korrekte Produkte und unterstützt nicht nur Artenvielfalt und Kleinbauern, sondern auch überschaubare partnerschaftliche Handelsstrukturen, in denen nicht Marktmacht, sondern der Mensch im Vordergrund steht: Gutes Einkaufen für eine bessere Welt!





