TSV Eisingen stellt sich neu auf – eine Sportanlage für alle Eisinger

Grußwort des Bürgermeisters
„SPORT_GRENZENLOS“ ist weit mehr als ein Bauprojekt! Es ist eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinde. Gemeinsam mit dem TSV Eisingen, dessen erste Fußballmannschaft in der Landesliga Eisingen weit über die Gemeindegrenzen hinaus repräsentiert und der mit seinen zahlreichen Jugendmannschaften Woche für Woche unzähligen Kindern und Jugendlichen durch das große Engagement seiner ehrenamtlichen Trainerinnen, Trainer und Betreuer ein sportliches Zuhause bietet, sowie mit unserem direkten Nachbarn, dem St.-Josefs-Stift, der größten Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Unterfranken, wollen wir einen Ort schaffen, an dem Sport, Begegnung, Inklusion und Ehrenamt selbstverständlich zusammengehören.
Dieses Projekt verbindet Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft oder körperlichen Voraussetzungen. Es stärkt den Breitensport ebenso wie den leistungsorientierten Sport, fördert den Klimaschutz, schafft Barrierefreiheit und eröffnet neue Möglichkeiten für die inklusive Zusammenarbeit mit dem St.-Josefs-Stift. Vor allem entsteht ein offener Treffpunkt für die gesamte Bürgerschaft: Das modernisierte Sportheim soll künftig nicht nur dem Vereinsleben dienen, sondern allen Bürgerinnen und Bürgern für Feierlichkeiten, Versammlungen, Veranstaltungen und gemeinsame Begegnungen offenstehen. Gleichzeitig entstehen moderne Räume, die auch Schule, Kindergärten und der Ganztagsbetreuung zugutekommen können.
Besonders freut mich, dass der Gemeinderat dieses Zukunftsprojekt einstimmig unterstützt hat. Dieses klare Votum zeigt, dass wir gemeinsam Verantwortung für die Zukunft Eisingens übernehmen. Mein herzlicher Dank gilt dem TSV Eisingen, dem St.-Josefs-Stift, allen ehrenamtlich Engagierten sowie unseren Projektpartnern. Gemeinsam haben wir die Chance, einen modernen Sport- und Begegnungsort zu schaffen, der weit über den Sport hinaus Wirkung entfaltet und unsere Gemeinde nachhaltig stärkt.
Michael Ank, Erster Bürgermeister der Gemeinde Eisingen
Der sportliche Umbruch
Das Sportgelände in der Pfarrer-Robert-Kümmert-Straße ist spätestens seit dem Aufstieg der 1. Mannschaft des TSV Eisingen in die Landesliga in der Saison 2025/26 überregional bekannt. Grundlage dieses Erfolgs war der langfristige Aufbau einer jungen Mannschaft unter Spielertrainer Philipp Christ, ergänzt durch erfahrene Leistungsträger.
Nach dem Meistertitel der Kreisliga Würzburg 2 (2021/22) folgte der Aufstieg in die Bezirksliga. Dort etablierte sich das Team schnell, wurde 2023/24 Vizemeister und scheiterte erst in der Relegation knapp am Landesliga-Aufstieg. Ein Jahr später gelang schließlich der historische Meistertitel in der Bezirksliga-West und damit erstmals der Aufstieg in die Landesliga.
Auch die Premierensaison verlief erfolgreich: Mit Platz 8 gelang frühzeitig der Klassenerhalt. Gleichzeitig forderten die intensive Saison, zahlreiche Verletzungen und der Abschied mehrerer Leistungsträger ihren Tribut. Nach über acht erfolgreichen Jahren verabschiedete sich zudem Trainer Philipp Christ.
Mit Markus Köhler wurde ein erfahrener Nachfolger verpflichtet. Mehrere Neuzugänge sowie Nachwuchsspieler Finn Gentner sollen den personellen Umbruch gestalten und den Altersdurchschnitt der Mannschaft senken. Trotz einer durchwachsenen Vorbereitung gelang ein erfolgreicher Saisonstart mit einem Heimsieg gegen Aubstadt II.
Sport ist grenzenlos
Der sportliche Erfolg darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Sportanlage dringend modernisiert werden muss. Das fast 60 Jahre alte Vereinsheim weist erhebliche bauliche und technische Mängel auf. Dach, Heizung, Sanitärbereiche und energetischer Zustand entsprechen nicht den heutigen Anforderungen, zudem fehlt Barrierefreiheit.
Auch die Sportplätze stehen vor großen Herausforderungen. Die Hitzesommer der vergangenen Jahre führten zu erheblichen Schäden an den Naturrasenflächen. Bewässerung und Instandhaltung verursachen inzwischen enorme Kosten.Der gesamte Sanierungsbedarf beläuft sich auf rund 1,6 Millionen Euro und ist für Verein und Gemeinde allein nicht finanzierbar. Gemeinsam mit der Gemeinde Eisingen und dem St.-Josefs-Stift wurde deshalb im Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ das Projekt SPORT-GRENZENLOS eingereicht. Trotz einer 30-fachen Überzeichnung wurde das Vorhaben als eines von nur zwei Projekten in Unterfranken als förderwürdig eingestuft. Vorgesehen ist eine Förderung von rund 665.000 Euro (45 %). Den verbleibenden Anteil tragen Gemeinde und TSV gemeinsam.
Kern des Projekts sind die Sanierung des Vereinsheims sowie die nachhaltige Umgestaltung der Sportanlage. Durch die unmittelbare Nachbarschaft zum St.-Josefs-Stift entstehen ideale Voraussetzungen für inklusive Sport- und Begegnungsangebote. Ziel ist ein moderner Sportcampus als Treffpunkt für alle Generationen.
Die finanzielle Beteiligung der Gemeinde wurde intensiv diskutiert. Als Gegenleistung erhält sie vertraglich gesicherte Nutzungsrechte für Vereinsheim und Sportanlagen.
Darüber hinaus kann das Vereinsheim künftig die Umsetzung des bundesweiten Ganztagsanspruchs für Grundschulkinder unterstützen. Neben Betreuungsräumen sollen Bewegungs- und Sportangebote entstehen. Damit würde der TSV die Gemeinde spürbar entlasten und gleichzeitig ein überregional beachtetes Modellprojekt schaffen.
Gesellschaftliche Relevanz – Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für den Verein
Sportvereine wie der TSV Eisingen sind heute weit mehr als reine Sportanbieter. Sie fördern Gesundheit, Gemeinschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig stehen sie vor großen Herausforderungen.
Besonders die Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter wird zunehmend schwieriger, während Bürokratie und organisatorische Anforderungen stetig wachsen. Auch Vereinsfeste lassen sich aufgrund fehlender Helfer, steigender Kosten und wachsender Auflagen immer schwerer wirtschaftlich durchführen.
Der demografische Wandel erschwert zusätzlich die Nachwuchsgewinnung. Gleichzeitig verändern Digitalisierung und vielfältige Freizeitangebote die Erwartungen insbesondere junger Menschen an das Vereinsleben.
Auch organisatorisch steht der TSV vor einem Neuanfang. Nach über 20 Jahren als Vorsitzender tritt Hugo Röder zurück. Künftige Vereinsstrukturen müssen Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen und dies auch in einer neuen Satzung abbilden.
Der TSV möchte sich künftig noch stärker als offener und inklusiver Verein entwickeln. Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit Behinderungen sollen selbstverständlich am Vereinsleben teilhaben können.
Steigende Energie- und Betriebskosten, sanierungsbedürftige Sportanlagen sowie die Digitalisierung erfordern neue Strategien. Gleichzeitig gewinnen professionelle Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen mit Schulen, Kindergärten, Kommunen und anderen Vereinen zunehmend an Bedeutung.
Die Zukunft des TSV Eisingen wird davon abhängen, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden. Mit dem Projekt SPORT-GRENZENLOS beginnt dieser Wandel – als große Herausforderung, aber zugleich als einmalige Chance für Verein und Gemeinde.






