Seltene Falter fühlen sich wohl in Michelrieth

Vor 26 Jahren startete die Stadt Marktheidenfeld mit dem Anlegen von sogenannten Ökokontoflächen. Mittlerweile besitzt die Stadt elf Ökokontoflächen mit einer Gesamtfläche von rund 8,4 Hektar. Dies entspricht der Größe von etwa zwölf Fußballfeldern. An den Flächen wurden und werden aktuell vorgezogene ökologische Aufwertungsmaßnahmen durchgeführt. So können sogenannte Ökopunkte generiert werden. Bei der Umsetzung von Eingriffen in Natur und Landschaft wie Baugebiete werden die Ökopunkte dann „abgebucht“.
„Auch wenn hierdurch kein echter Ausgleich erfolgt, da meist keine Flächen entsiegelt und Böden wieder ihrer natürlichen Funktion zugeführt werden, erzielen wir für die Artenvielfalt und den Klimaschutz dennoch nennenswerte Erfolge“, erläutert Marktheidenfelds Umweltbeauftragter Torsten Ruf.
Hervorzuheben sei vor allem die größte städtische Ökokontofläche bei Michelrieth. Auf einer Fläche von 2,1 Hektar stellte man dort ab 2002 der Ackerbau ein und legte ein Feldgehölz durch Initialpflanzungen an. Dieses sollte laut Planung einen innenliegenden Grünlandbereich mit Streuobst umringen. „Die Fläche hat sich mittlerweile in der umgebenden Ackerlandschaft zielgerecht zu einer strukturreichen Insel der Artenvielfalt entwickelt“, freut sich der städtische Umweltbeauftragte.
„Natürlich ist darauf zu achten, die Folgepflege zu gewährleisten, damit diese Struktur erhalten bleibt“, erläutert Ruf. Entsprechend wurden die Streuobstbäume und der innere Gehölzrand im Winterhalbjahr 2025/26 von Garten- und Landschaftspflege Sven Reinhart fachgerecht geschnitten.
Hiervon profitiert beispielsweise auch der europaweit gefährdete Pflaumen-Zipfelfalter. Das Grünland wird daher jährlich nur einmal im Spätsommer mit Balkenmäher gemäht und das Schnittgut entsorgt.
rachestreifen bleiben als Rückzugsräume – insbesondere für Insekten – erhalten. Mit dem bundesweit gefährdeten Baldrian-Scheckenfalter hat sich dort eine weitere echte Zielart für das Grünland etabliert. Auf der Ausgleichfläche befindet sich das mittlerweile größte bekannte Vorkommen dieser Falterart im Gesamtspessart, das durch die angepasste Pflege auf hohem Niveau gehalten werden kann, betont Torsten Ruf abschließend.




