Referenzzentrum für Endokrine Chirurgie am UKW erneut erfolgreich zertifiziert

Ob ein Knoten in der Schilddrüse, eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen oder ein Tumor der Nebenniere – Eingriffe an hormonbildenden Organen sind anspruchsvolle Operationen in der Viszeralchirurgie. Sie erfordern viel Erfahrung, höchste Präzision und die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Dass Patienten am Universitätsklinikum Würzburg dabei auf eine Versorgung auf höchstem Niveau vertrauen können, bestätigt nun erneut die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV): Sie hat das Referenzzentrum für Endokrine Chirurgie erfolgreich für weitere drei Jahre bis zum 31. Juli 2029 rezertifiziert.
Im Rahmen eines ganztägigen Audits wurden durch einen Gutachter, der selbst Leiter eines großen Zentrums für Endokrine Chirurgie ist, die Strukturen, Behandlungsabläufe und die operative Qualität des Zentrums bewertet. Sein Fazit fiel eindeutig aus: Die endokrine Chirurgie werde am UKW „in Diagnostik, Therapie, Nachsorge und Forschung sehr ernst genommen und sehr kompetent betrieben“. Die Ausstattung des Zentrums sei „sowohl apparativ als auch personell überdurchschnittlich“, die demonstrierte operative Leistung sei „sehr gut und ohne Beanstandungen“, die Leitlinien würden konsequent umgesetzt.
„Die erneute Rezertifizierung bestätigt die hohe Qualität unserer Patientenversorgung und ist zugleich eine Anerkennung für die hervorragende Arbeit unseres gesamten interdisziplinären Teams“, freut sich Prof. Dr. Nicolas Schlegel, der das Referenzzentrum für Endokrine Chirurgie am UKW leitet. Neben Schlegel nahmen Klinikdirektor Prof. Dr. Christoph-Thomas Germer, PD Dr. Michael Meir, PD Dr. Joachim Reibetanz, PD Dr. Christina Lenschow sowie Studienassistentin Nicole Kirschbauer am Audit teil.
Besonders positiv bewertete der Auditor die Entwicklung des Zentrums in den vergangenen drei Jahren. Die Mindestmenge der einzelnen operierten Entitäten wurden zum Teil sogar deutlich übertroffen. Aktuell werden vor allem Steigerungen der Nebenniereneingriffe verzeichnet, sodass für das 2026 mehr als 100 Eingriffe erwartet werden.
Während des Audits wurden mehrere Operationen an Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Nebennieren begleitet, darunter auch robotisch assistierte Eingriffe mit dem Da-Vinci-Operationssystem. Hervorgehoben wurde die hohe Spezialisierung innerhalb des Teams. So verfügt Joachim Reibetanz über eine besondere Expertise in der Nebennierenchirurgie, während der besondere Fokus von Nicolas Schlegel auf die Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie ausgerichtet ist. Die klare Aufgabenteilung bewertet der Auditor ausdrücklich als Vorteil, da sie den Patienten für jede Erkrankung die größtmögliche operative Erfahrung zur Verfügung stelle. Darüber hinaus haben Nicolas Schlegel und Michael Meir im Jahr 2026 erfolgreich die europäische Qualifikation Endocrine Surgery (EBSQ) erworben. Diese international anerkannte Zusatzqualifikation bescheinigt besondere fachliche Expertise auf dem Gebiet der endokrinen Chirurgie.
Neben den Operationen wurden auch die organisatorischen Abläufe überprüft. Dazu gehörten unter anderem die Visite auf der chirurgischen Station, die Dokumentation der Behandlungsverläufe, die Einhaltung der Leitlinien sowie das Fortbildungs- und Studienmanagement. Diese Kriterien wurden allesamt erfüllt.
Ein weiterer Schwerpunkt war das interdisziplinäre Tumorboard für Endokrine Tumoren, in dem wöchentlich Tumorfälle gemeinsam mit den beteiligten Fachdisziplinen besprochen werden. Durch die sehr kompetent besetzten beteiligten Fachrichtungen im Hause werde hier ein hoher Standard erreicht, heißt es im Auditbericht.
Die enge Verbindung von Patientenversorgung und Forschung wertete der Auditor ebenfalls als besondere Stärke des Würzburger Zentrums. Unterstrichen werde dies unter anderem durch den Lehrstuhl für Experimentelle Viszeralchirurgie, den Zentrumsleiter Nicolas Schlegel innehat.
Die Zertifizierung als Referenzzentrum für Endokrine Chirurgie wurde damit ohne Einschränkung befürwortet. Das Universitätsklinikum Würzburg ist damit eines von wenigen Zentren in Deutschland, das diese Qualifizierungsstufe erfüllt.




